Voneinander profitieren: Mitdiskutieren bei öbu-online

Livia Hochstrasser

Gast Autor:in

Praktikantin öbu; Gast-Autorin

Im Zuge der Corona-Krise hat öbu das Format “öbu-online” lanciert. Es bietet Mitgliedsunternehmen die Möglichkeit, sich untereinander und mit anderen Organisationen auszutauschen.

Spielt Nachhaltigkeit in der Wirtschaft derzeit noch eine Rolle? Welche Entscheidungen müssen gefällt werden und welche Herausforderungen kommen auf uns zu? Was hat der Lockdown mit unseren Lieferanten und den bereits am Existenzminimum lebenden ArbeiterInnen in Produktionsstätten zum Beispiel in Bangladesh gemacht? Diesen und vielen weiteren Fragen stellt sich öbu, der Verband für nachhaltiges Wirtschaften, derzeit. Deshalb suchte öbu aus aktuellem Anlass das persönliche Gespräch mit den Mitgliedern, aufgrund von Corona diesmal hauptsächlich digital.

Bereits vor der Corona-Krise stellte der Austausch von öbu mit seinen Mitgliedern und deren Vernetzung untereinander eine zentrale Aufgabe des Verbandes dar. Aber gerade in solch herausfordernden Zeiten gewann der Dialog der Organisationen an Relevanz – um Erfahrungen auszutauschen und sich gegenseitig zu unterstützen. Bereits fanden sechs themenspezifische Online-Events statt, welche die Themen Nachhaltigkeit, Führungsverantwortung, ethische unternehmerische Entscheidungen, Lieferkettenmanagement zu Zeiten von Corona, Charakteristika erfolgreicher Kooperationen sowie flexibles Arbeiten behandelten.

Corona gab und gibt Anlass, in den Unternehmen vermehrt ethische Themen zu diskutieren

Dabei kristallisierten sich die Themen für die Events insbesondere auch aus den vorangegangenen Dialogen heraus, so wie beispielsweise für die Veranstaltung öbu-online #3 zur Thematik der ethischen unternehmerischen Entscheidungen. Da diese Online-Diskussion aus unserer Sicht die spannendste war, möchten wir hier etwas ausführlicher darauf eingehen. Anlass zur Durchführung dieses Gesprächs war der Kommentar einer Mitarbeiterin aus einem öbu-Mitgliedsunternehmen: Noch nie habe sie so viele ethische Diskussionen mit der Geschäftsleitung geführt, wie zu dieser Zeit. Und in ihrem Fall hatten die Mitarbeitenden Glück: Alle, die aus irgendeinem Grund stärker gefährdet waren oder sind, sich mit dem Virus anzustecken, durften von Beginn weg im Home-Office arbeiten. Dies ist längst nicht bei allen Unternehmen gewährleistet. Weitere ethische Fragen warf beispielsweise die Durchführung von betriebsweiten Antikörper-Tests auf: Wenn Unternehmen ihre Mitarbeitenden zwingen dürfen, solch ein Test durchzuführen, sollten sie das auch tun? Und wie geht man dann mit dem Resultat um? Wird es in der Gesellschaft in Zukunft noch eine weitere Spaltung geben: Die Gruppe mit und die ohne (vermeintliche) Immunität?

Es kommt darauf an, auf welche Ethik man sich beruft

Aber auch über die Unternehmensgrenzen hinweg sehen sich viele Unternehmen mit Konsequenzen ihrer Entscheidungen konfrontiert, die noch schwer abzuschätzen sind. Was macht der Lockdown mit unseren Lieferanten und den bereits am Existenzminimum lebenden ArbeiterInnen in Produktionsstätten zum Beispiel in Bangladesh? Inwiefern sollte und kann dies in die Entscheidungsfindung mit einbezogen werden? Sind Unternehmen, die sich mit solchen ethischen Fragen schon früher auseinandergesetzt haben, die ihre Lieferketten nachhaltig ausgerichtet haben, nun im Vorteil? Und was sind «gute” Entscheide? Die Gespräche zeigten mehrere Aspekte auf. So werde es bei grosser Ungewissheit immer Entscheidungen geben, die im Nachhinein besser gewesen wären. Wichtig für die Akzeptanz bei allen Stakeholdern ist, dass die Gründe für und gegen eine Entscheidung allen klar sind. Wie genau bin ich zu dem Entscheid gekommen? Ist das Verständnis gegeben, können Stakeholder an für sie relevante Positionen anknüpfen und für neue Perspektiven sorgen. Nur so können wirklich «gute», für möglichst viele Personen hilfreiche Entscheidungen gefällt werden. Und: Jede Entscheidung kann eine «ethische» sein - es kommt nur darauf an, auf welche Ethik sie sich beruft. Diskussionen darüber, was «richtig» und «falsch» ist, sind dementsprechend oft hinfällig. Es geht darum, möglichst viele Perspektiven einzubinden und einen Diskurs zu führen.

Eine Übersicht über vergangene Online-Events finden Sie hier.

Und so geht es weiter
Möchten auch Sie mit uns diskutieren? “öbu-online #7: Nachhaltigkeitsberichterstattung - Wie geht es weiter?” findet am 9. Juli 2020 statt. Alle kommenden Events finden Sie in unserer Agenda.

(Quelle Titelbild: unsplash, by Volodymyr Hryshchenko)


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