Heilige Kühe, die in (Plastik-)Müllbergen einer indischen Grossstadt nach Essbarem suchen (s. Video unten), schockieren. Sehr wahrscheinlich, dass dieser Plastikberg aus einheimischem Abfall besteht. Doch leider ist Abfall-Tourismus ein bekanntes, dringend zu lösendes Problem. Am ersten Januar trat nun ein neues EU-Gesetz in Kraft, das dem schlimmsten Müll-Tourismus einen Riegel vorschieben soll: EU-Staaten dürfen nicht recycelbare Plastikabfälle nicht mehr einfach in Länder des globalen Südens (früher «Entwicklungs- oder Schwellenländer» genannt) abschieben. Das heisst, es darf seit dem 1.1.21 nur noch recyclierbarer Plastik-Abfall in Länder außerhalb der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) exportiert werden. Dies berichtete kürzlich Euro-News.

Europäer*innen produzieren 25 Millionen Tonnen Plastik-Abfall pro Jahr

Jedes Jahr werden in Europa 25 Millionen Tonnen Plastik-Abfall erzeugt. Davon wird weniger als ein Drittel recycelt! Fünfundachtzig Prozent des Mülls, der weltweit an Stränden gefunden wird, ist Plastik. Den EU-Ländern bleibt nun - endlich, möchte man seufzen - keine andere Wahl, als Sortierung und Recycling zu verbessern. Es geht also offensichtlich nur mit Druck. Ein Druck, durch den sogar neue Arbeitsplätze entstehen werden. Hier geht's zum Videobericht.

Ade Plastik - hallo Zucker, Fasern, Stroh & Co.

Letztendlich muss es aber darum gehen, ganz auf Plastikverpackungen zu verzichten. Dass dies möglich ist, haben erfinderische Tüftler aus ganz unterschiedlichen Ländern längst bewiesen. Sie sind dabei, alternative Verpackungsmöglichkeiten auf den Markt zu bringen, die längst vergessenes Wissen wieder zum Leben erwecken. So produziert beispielsweise ein Inder unbedenkliches Wegwerf-Geschirr aus den Fasern von Pflanzenabfall und ein deutscher Ingenieur hat Kühlboxen aus Stroh entwickelt. Und ein findiger Niederländer stellt Salatschalen aus Zucker(-rohr) und Milchsäure her. Natürlich sollten auch diese Produkte fachgerecht entsorgt, sprich kompostiert, werden. Doch sogar wenn diese Produkte auf der Strasse landen, entsteht kein mit dem Effekt von Plastikabfall vergleichbarer Schaden. Einen Wegwerf-Teller aus Bananenfasern zu fressen, schadet keinem Tier, auch nicht den heiligen indischen Kühen. Die Hintergrundgeschichten und Detailinformationen zu den vielversprechenden Plastik-Produkten sind im Video unten «Genial gelöst: Lebensmittel naturnah verpacken» zu sehen. 

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